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Beziehungen zu Deutschland

15.08.2017 - Artikel

Stand: April 2018

Politik

Deutschland und Pakistan pflegen seit vielen Jahren enge und vielfältige Beziehungen. In Pakistan ist Deutschland mit einer Botschaft in der Hauptstadt Islamabad sowie einen Generalkonsulat in der Wirtschaftsmetropole Karachi vertreten.

Deutschland hat großes Interesse an einer demokratischen und stabilen Entwicklung in Pakistan und an einer konstruktiven Rolle Pakistans in der Region.

Wirtschaft

Das bilaterale Handelsvolumen Deutschlands mit Pakistan lag im Kalenderjahr 2016 bei 2,6 Mrd. Euro. Deutschen Exporten nach Pakistan in Höhe von 1,1 Mrd. Euro standen Importe aus Pakistan in Höhe von 1,5 Mrd. Euro gegenüber. Die pakistanischen Exporte nach Deutschland bestehen im Wesentlichen aus Textilien, Lederwaren, Sportartikeln, Schuhen und medizinischen Instrumenten. Bei den pakistanischen Importen aus Deutschland handelt es sich in erster Linie um Maschinen, chemische Erzeugnisse, elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge und Eisenwaren.

Die Zahl der in Pakistan tätigen deutschen Unternehmen ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Vor allem in den Bereichen Energie und Infrastruktur steigt das Interesse der deutschen Wirtschaft am pakistanischen Markt. Deutsche und pakistanische Firmen mit Interesse an den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen haben sich 2016 zur „German Pakistan Chamber of Commerce and Industry (GPCCI)“ mit Hauptsitz in Karachi zusammengeschlossen. Die GPCCI hat auch Standorte in Lahore und Islamabad. Erklärtes Ziel der GPCCI ist mittelfristig der Status einer bilateralen Handelskammer. Bisher ist sie eine Körperschaft nach pakistanischem Recht unter dem Dach der Federation of Pakistan Chambers of Commerce and Industry. 2014 wurde in Deutschland eine Organisationen zur Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen gegründet: „GATE Pakistan“. Der Besuch des damaligen Premierministers Nawaz Sharif in Deutschland im November 2014 hat der Zusammenarbeit zusätzliche Impulse gegeben. Gegenseitige Besuche von Unternehmerdelegationen finden regelmäßig statt. 2016 haben zum Beispiel die Reise einer Delegation unter Leitung des Board of Investment des Sindh nach Berlin und München sowie der Besuch einer deutschen Unternehmerdelegation unter Leitung des damaligen Staatssekretärs Steinlein in Islamabad und Lahore für ein erhöhtes öffentliches Interesse gesorgt. Die Zahl der pakistanischen Unternehmen, die an Industriemessen in Deutschland teilnehmen, steigt kontinuierlich.


Zwischen Pakistan und Deutschland bestehen unter anderem folgende bilaterale Abkommen:

•    Luftverkehrsabkommen
•    Doppelbesteuerungsabkommen
•    Investitionsschutz- und –fördervertrag
•    Rahmenabkommen über Technische und Finanzielle Zusammenarbeit (ergänzt von den jährlichen Abkommen über finanzielle und technische Zusammenarbeit)
•    Abkommen über Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung

Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsch-pakistanische Entwicklungszusammenarbeit besteht seit den 1950-er Jahren. Die Bundesregierung hat seitdem Projekte im Volumen von über 2,5 Mrd. Euro gefördert. Die mit der pakistanischen Regierung abgestimmten Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind:

•    Energie (mit Fokus auf Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz)
•    Gute Regierungsführung (vor allem Generierung von Steuereinnahmen und Dezentralisierung)
•    Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (insbesondere Berufsbildung)

Die deutsche technische und finanzielle Zusammenarbeit unterstützt damit zentrale Reformvorhaben der pakistanischen Regierung - wie die Stärkung von Föderalismus und Mitbestimmung sowie die Verbesserung der Produktionsbedingungen der pakistanischen Wirtschaft von der Energiezufuhr über gut ausgebildete Arbeitskräfte bis hin zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Zudem leistet Deutschland Unterstützung für Flüchtlinge. 
Der geographische Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Pakistan liegt auf dem Norden und Westen des Landes (Provinz Khyber-Pakhtunkhwa und Stammesgebiete FATA), sowie auf der bevölkerungsreichsten Provinz des Landes, Punjab, im Osten. Darüber hinaus werden Einzelmaßnahmen in Belutschistan, Sindh, Gilgit-Baltistan und in AJK (Azad Jammu & Kashmir) umgesetzt.

Die Zusammenarbeit mit Pakistan zeichnet sich aus durch eine Vielzahl von gemeinsam mit anderen Gebern - vor allem den EU-Institutionen, Norwegen und der Schweiz - finanzierten Vorhaben. Die Bündelung finanzieller Ressourcen verschiedener Länder ermöglicht es, Maßnahmen größer und umfassender zu gestalten und so deren Wirksamkeit zu erhöhen. Deutschland engagiert sich zudem gemeinsam mit der pakistanischen Regierung in unterschiedlichen multilateralen Finanzierungsinstrumenten wie dem Multi Donor Trust Fund der Weltbank, dem „Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria“ (GFATM) und einem Unterstützungsprogramm für afghanische Flüchtlinge und deren Aufnahmegemeinden über UNHCR.

Auch das Auswärtige Amt finanziert Projektaktivitäten in Pakistan. Diese umfassen Maßnahmen in den Bereichen Menschenrechte, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Medien, wie zum Beispiel ein Vorhaben zur Stärkung von Staatsanwaltschaften und der Polizei in den Provinzen Punjab und Sindh. Die geförderten Maßnahmen werden zusammen mit lokalen, deutschen und internationalen Organisationen umgesetzt.

Kultur und Bildung

In den kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Pakistan spielt insbesondere der seit Jahren gut funktionierende Wissenschaftsaustausch eine wichtige Rolle.

Stipendienprogramme, Deutschland als Studienland, Hochschulkooperation

Vermittler der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind im Wesentlichen der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) auf deutscher und die Higher Education Commission (HEC) auf pakistanischer Seite. Daneben existieren Austauschbeziehungen zwischen Fachbereichen mehrerer deutscher und pakistanischer Universitäten (vor allem Ingenieurs- und Naturwissenschaften, aber auch Sozialwissenschaften). Der DAAD eröffnete im September 2009 ein Informationszentrum in Islamabad und verfügt über eine besetzte Lektorenstelle in der Quaid I-Asam Universität in Islamabad. Deutschland ist für junge pakistanische Forscher bei der Länderwahl zu Promotionszwecken eines der beliebtesten Länder - neben den USA, Großbritannien und Australien. Im Wintersemester 2015/2016  hielten sich 4167  pakistanische Studierende in Deutschland auf, von denen 659 (einschließlich Doktoranten und Forscher) vom DAAD gefördert wurden.

PASCH-Initiative

Im Rahmen der weltweiten Initiative des Auswärtigen Amts „Schulen – Partner der Zukunft“ (PASCH) wurde in Pakistan an mehreren Sekundarschulen schrittweise deutscher Sprachunterricht eingeführt. Derzeit sind sieben Privatschulen (zwei aus Karachi, Lahore Islamabad und eine Schule aus Peshawar) Partner der PASCH-Initiative. Insgesamt lernen  5900 Schüler (von insgesamt 9000 Deutschlernern) an den PASCH-Schulen Deutsch. Im Rahmen der Initiative wurden in den vergangenen Jahren Schüler mehrerer PASCH-Schulen nach Deutschland eingeladen, wo sie vom Goethe-Institut organisierte internationale Sommercamps besuchten (Deutschland, Indien, Sri Lanka).  

Archäologie

Deutsche Archäologen sind seit Jahrzehnten in Pakistan präsent. So werden z.B. mit Unterstützung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 1979 Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway erforscht. Im Rahmen dieses Projekts finden regelmäßig Reisen deutscher Wissenschaftler nach Gilgit-Baltistan statt.

Kulturerhalt-Projekte

Das Auswärtige Amt finanziert seit einigen Jahren Projekte im Bereich Kulturerhalt.. In den Jahren 2010 und 2011 wurden mit Mitteln des Auswärtigen Amts in Zusammenarbeit mit der Aga-Khan-Stiftung traditionelle Wohnhäuser in der historischen Altstadt von Lahore saniert und renoviert. Beide Projekte wurden 2010 bzw. 2014 mit dem UNESCO Asia-Pacific Heritage Award for Cultural Preservation ausgezeichnet.  2017 unterstützte Deutschland - ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Aga Khan-Stiftung - die Restauration eines Teiles der Bildermauer des Fort Lahore. Für 2018  ist eine Weiterführung dieses Projektes geplant.
Das deutsche Generalkonsulat in Karachi unterstützte 2015 und 2016 ein Projekt zum Erhalt des historisch und baukünstlerisch wertvollen Grabmals des Mirza Jan Baba in Makli mit ca. 85.000 Euro aus dem Fonds für Kulturerhalt. Damit hat Deutschland einen wichtigen Beitrag geleistet, um die berühmt Nekropole von Makli als Stätte des Welt-Kulturerbes zu erhalten

Goethe-Institut

Wichtigster institutioneller Akteur der bilateralen Kulturbeziehungen ist das Goethe-Institut in Karachi. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus der Bauhaus-Epoche werden neben Sprachkursen auch zahlreiche Kulturveranstaltungen angeboten. Weiter wichtige Institution in der kulturellen Zusammenarbeit ist das mit dem Goethe-Institut verbundene Annemarie-Schimmel-Haus in Lahore, in dem ebenfalls Sprachkurse und ein Kulturprogramm angeboten werden.

Deutsche Welle

Zwischen der Deutschen Welle und der Pakistan Broadcasting Corporation (PBC) besteht seit langem eine enge Zusammenarbeit im Ausbildungsbereich. Die Deutsche Welle unterhält ein Büro in Islamabad.

Tätigkeit der deutschen politischen Stiftungen

Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung und Heinrich-Böll-Stiftung sind in Pakistan z.T. seit Jahrzehnten vertreten. Sie fördern Projekte u.a. in den Bereichen Stärkung der demokratischen Institutionen, Menschenrechte und Frauenförderung, Klimawandel, Deradikalisierung, regionale Zusammenarbeit und Medienarbeit. Aktuell sind die administrativen Voraussetzungen für die Arbeit der politischen Stiftungen in Pakistan eine zentrale Herausforderung in den bilateralen Beziehungen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


Weitere Informationen

Pakistan ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Grundbildung, medizinische Grundversorgung sowie erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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